3D-Drucker kaufen Teil 2

3D-Drucker kaufen Teil 2

​3D-Drucker kaufen – Auf welche Eckdaten muss ich besonders achten!


​Themenübersicht:


  1. Größe des Druckobjekts
  2. ​Geeigneter Raum
  3. ​Wichtige Eckdaten
  4. Community


Nachdem wir uns im ersten Artikel einen Überblick über die gängigsten Druckverfahren und die zu verwendenden Materialien gemacht haben, gehen wir jetzt ins Detail.


Jeder Verkäufer erschlägt uns mit Eckdaten wie Bewegungsgeschwindigkeit, Extrudertyp, Bauraumgröße, Düsengröße, etc..


Dies ist auf der einen Seite auch sehr wichtig über alles genaustens informiert zu werden, jedoch ist man gerade beim Kauf des ersten 3D-Druckers ein wenig überfordert.


Man weiß noch nicht was wirklich relevant ist und bei welchen Eigenschaften man eher ein Auge zudrücken kann. Um dir die Kaufentscheidung zu erleichtern, stelle ich dir relevanten Faktoren vor:


1. Größe des Druckobjekts


​Es ist immer wichtig zu wissen, was gedruckt werden soll, da auch das einen großen Einfluss beim Kauf eines 3D-Drucker hat. Je nach Anwendungsgebiet bzw. Projekt ist es manchmal ausreichend, sich auf einen 3D-Drucker zu konzentrieren, der nur mit einer geringen Druckraumgröße ausgestattet ist.


Beispiel: FDM 3D-Drucker Ultimaker 3:


Besonders bei den SLA- und DLP-Druckern sind die Druckgrößen relativ klein gehalten, da immer auch die entsprechende Menge an flüssigem Harz bereitgestellt werden muss. Im Vergleich zu den FDM-Druckern, die oftmals einen viel größeren Druckraum besitzen, ist die Druckqualität dafür deutlich besser.


SLS-Desktop Drucker haben ebenfalls ein größeres Druckvolumen als SLA/DLP-Drucker. Es gibt dafür jedoch noch sehr wenige Hersteller auf dem Markt, die noch dazu in einer sehr hohen Preiskategorie liegen.


2. Geeigneter Raum


Egal für welches Druckverfahren du dich entscheidest, es ist immer besser, wenn du den Drucker in einem separaten Raum, Werkstatt oder Keller unterbringst. Die Belastungen für dich und deine Familie bleiben so relativ gering.


Sollten Kinder bei dir im Haus sein, achte bitte darauf, dass sie wirklich keinen Zugriff auf alte Materialreste, Werkzeug oder chemische Substanzen haben. Gehe hier immer auf Nummer sicher.


3. Wichtige Eckdaten


Die Prioritäten unterscheiden sich bei den vier verschiedenen Druckverfahren, da sie mit verschiedenen Techniken arbeiten.


Da sich viele Leser momentan für die FDM-Technologie interessieren, werde ich mit dieser beginnen. Hier gibt es einige Parameter mehr zu beachten als bei den anderen Druckverfahren.


Wichtige Eckdaten beim Kauf eines FDM 3D-Drucker!


Beispiel: Ultimaker 2+


Ausführung: Fertiggerät/ Bausatz​


​Einige FDM- 3D-Drucker kannst du als Fertiggerät oder als Bausatz kaufen. Für den Aufbau musst du eine Menge Zeit investieren. Dafür kannst du bei einem Bausatz auch einiges an Geld sparen und der Lerneffekt ist nicht zu unterschätzen.


Anzahl der Extruder:


Die Anzahl der Extruder entscheidet, ob dein 3D-Drucker für einen Dualdruck geeignet ist oder nicht. Mit der Dualextrusion können zum Beispiel wasserlösliche Stützstrukturen gedruckt werden.


Schichthöhe:


Je geringer die Schichthöhe, desto besser sieht das Objekt aus. Die beim FDM-Druckverfahren typischen „Treppen“ sind bei geringen Schichthöhen nicht mehr so deutlich zu erkennen. Die Standardwerte liegen in der Zwischenzeit bei 0,05 - 0,3mm. (Info: Die Schichthöhe wird ​auch ab und zu in der Beschreibung mit angegeben.)


Bei den anderen Druckverfahren wie SLA/ DLP liegt die Standardschichthöhe bei 0,025- 0,3mm. Beim SLS-Druckverfahren arbeitet man mit einer Mindestschichthöhe von 0,075mm.


Eine geringe Schichthöhe bedeutet aber auch eine verlängerte Druckzeit.


Positioniergenauigkeit der X-, Y-, Z-Achsen:


Die Positioniergenauigkeit gibt an, wie präzise der 3D-Drucker die einzelnen Koordinaten anfahren kann. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Maßgenauigkeit von gedruckten Objekten.


Druckgeschwindigkeit:


Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die oftmals angepriesenen hohen Druckgeschwindigkeiten eher zu vernachlässige​​​​n sind. Der 3D-Druck brauch seine Zeit. Die allgemeinen Geschwindigkeitswerte der Filamenthersteller liegen momentan bei 30mm/s bis 130mm/s.


Eine hohe Druckgeschwindigkeit kann die Druckzeit natürlich deutlich reduzieren.  Dabei entstehen aber auch viele Druckfehler, sodass auch die Qualität darunter leidet.


Beheizbares Druckbett:


Wähle immer ein beheiztes Druckbett! Die Qualität der ersten Schicht und die Haftung auf dem Druckbett wird damit deutlich verbessert.


Bei einige Materialien(z.B.ABS) ist ein beheizbares Druckbett unumgänglich, da der Verzug durch das bedingte Abkühlen der Schichten minimieren soll. Du kannst damit dem Druckfehler „Warping“ vorab entgegenwirken.


Düsentemperatur:


Je nach Material, musst du auf die maximale Düsentemperatur achten. Die meisten Standard- Filamente kannst du mit den herkömmlichen 3D-Druckern (gehen meist bis 260°C) ohne Probleme drucken. Bei Hochleistungskunststoffen wie zum Beispiel PEEK informiere dich vorab, welche Drucktemperatur das Material benötigt.


Filamentdurchmesser:


Bei FDM- Desktop 3D-Druckern unterscheidet man drei verschiedene Filament-Durchmesser (1.75mm, 2.85mm und 3.00mm). 


Das beeinflusst die Druckzeit nur sehr gering, jedoch ist die Belastung bzw. der Druck, der in der Düsenkammer entsteht, bei einem 2,85mm Strang höher. Hier muss dann nämlich eine höhere Materialmenge auf einmal erwärmt werden.


Wichtige Eckdaten beim Kauf eines SLA-/DLP 3D-Drucker!


Bei diesen Druckern gibt es nicht so viele Punkte, auf die du achten musst. Es ist deshalb   besonders wichtig, diesen Daten eine entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken.

Beispiel: ​Form 3


Schichtdicke(Auflösung Z-Achse):


Auch hier gilt! Je feiner die Schichtdicke umso qualitativ hochwertiger wird dein Druckobjekt. Diese kann zwischen 0,025mm und 0,3mm liegen.


Laserspotgröße(XY-Auflösung):


Die Laserspotgröße gibt die Breite des Laserpunktes an. Würde man nur eine Bahn drucken, dann spricht man hier von der sogenannten „Wandstärke“.


L​ichtquelle:


Die Zahl bei der Lichtquelle gibt an, mit welcher Wellenlänge der 3D-Drucker arbeitet. Dies hat Einfluss auf das zu verwendende Material. Die gängigen SLA/DLP Kunstharze können mit 405nm (Nanometer) ausgehärtet werden.


Wichtige Eckdaten beim Kauf eines SLS 3D-Drucker!


Da ich selbst noch keinen SLS 3D-Drucker besitze, kann ich hier noch keine ​eigenen Erfahrungen präsentieren, jedoch habe ich einige Informationen aus dem Internet gesammelt.


Beispiel: ​Sinterit Lisa


Schichtdicke:


​Auch hier gilt! Je feiner die Schichtdicke umso qualitativ hochwertiger wird dein Druckobjekt. ​Die Schichtdicke wird von der Größe des Pulvers bestimmt. (0,08mm-0,15mm)


X-/ Y- Genauigkeit:


​Gibt an wie genau der 3D-Drucker die Maße in der X-/Y- Ebene einhalten kann.


​Laserleistung:


​Hier wird die Stärke des Laser angegeben. (z.B. 70W) Spielt beim verwenden unterschiedlicher Materialien eine große Rolle.


​4. ​Community


Schauen wir uns nun das Thema Community an. Egal ob du schon Experte bist oder gerade mit dem 3D-Druck anfängst, es ist verdammt wichtig eine funktionierende Community zu haben.


Es klingt vielleicht etwas banal, aber mir hat das persönlich sehr geholfen. Suche im Internet nach möglichen Foren, Gruppen oder Seiten, die sich mit den jeweiligen 3D-Druckern schon intensiv beschäftigt haben. Du kannst deine Fragen und Anliegen problemlos stellen und findest hilfreiche Tipps und Tricks, die dir den Umgang mit deinem 3D-Drucker erleichtern.


​Foren rund um den 3D-Druck:

​Zwischenfazit:


In diesem Artikel haben wir uns ausschließlich mit den wichtigen Eckdaten und deren Bedeutung von 3D-Druckern gekümmert. Du weist nun welchen Einfluss die einzelnen Daten auf dein Druckergebnisse haben können.


Ich möchte hier nochmal die Fragen zusammenfassen, die wir nach diesem Artikel für uns beantworten können:


  1. Wie groß sollen meine Druckobjekte werden?
  2. Habe ich einen geeigneten Raum für den 3D-Drucker?
  3. Welche Eckdaten von meinem 3D-Drucker sind wichtig?
  4. Gibt es eine Community?


Kannst du all diese Fragen für dich beantworten, lässt sich die Auswahl von 3D-Druckern enorm eingrenzen.

Im nächsten Artikel schauen wir uns das Thema “Kosten“ näher an.


Was genau kostet ein 3D-Drucker?

Welche Folgekosten muss ich einplanen? Benötige ich Zusatzgeräte?


​​Hier findest du die ​anderen Artikel dieser Serie:

3D-Drucker kaufen Teil 1

3D-Drucker kaufen Teil 3

3D-Drucker kaufen Spezial

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