Ultimaker 3 Extended – Produktvorstellung und meine Erfahrungsberichte!

Testbericht

Ultimaker 3 Extended – Produktvorstellung und meine Erfahrungsberichte!

Es ist schon wieder fast 2 Jahre her, seitdem ich meinen ersten Erfahrungen mit einem 3D-Drucker (Ultimaker Original Plus) machen konnte. Der Markt und die Technologie hat sich in dieser Zeit enorm weiterentwickelt. Jahr für Jahr übertreffen sich die Hersteller mit neuen 3D-Druckern und die Bandbreite wird immer größer. Um mehr Erfahrungen sammeln zu können und meine Serviceleistungen zu erweitern, habe ich mich dazu entschlossen, ein neuen 3D-Drucker zu kaufen.


Nach langer Recherche und dem Durchstöbern von unzähligen Foren bzw. Testberichten, bin ich doch wieder bei der Firma Ultimaker gelandet. Es gibt zahlreiche andere Hersteller, die auch super 3D-Drucker anbieten, jedoch war ich mit dem Gesamtpaket meines ersten 3D-Druckers rundum zufrieden. Deswegen habe ich mich wieder für einen Ultimaker entschieden.

Ich schilder dir hier meine ersten Erfahrungen und Eindrücke mit dem Ultimaker 3 Extended. 


1.Produktdaten und Besonderheiten

Als kleinen Einstieg kann ich dir das Herstellervideo von dem Ultimaker 3 empfehlen. Hier werden dir alle Neuerungen und Besonderheiten kurz und anschaulich vorgestellt.

Allgemeines:

  • Ausführung: Fertiggerät
  • Technologie: (FDM/FFF)
  • Objektgröße (max.): 215 x 215 x 300 mm
  • Druckgeschwindigkeit (max.): 300mm/s
  • Schichtdicke: 0,02 - 0,20 mm

Ausführung:

  • Extruder: 2x
  • Filament:Nylon, PLA, ABS, CPE, PVA
  • Filament Ø: 2,85mm
  • Düse: 0,25mm - 0,8mm
  • Heizbett: 20 bis 100°C

Besonderheiten:

  • integrierte Kamera
  • Dual-Druck möglich
  • NFC-Materialerkennung
  • USB-Anschluss
  • Wifi tauglich

2.Auspacken und Lieferumfang


Die Verpackung des Ultimakers 3 Extended ist wirklich sehr stabil und kompakt. Mit seinen Maßen 40x40x70 cm ist das Paket noch relativ handlich. Der Drucker mit dem Zubehör und den 2 mitgelieferten Filamentspulen ist ca. 17 kg schwer. Man sollte bei Anlieferung lieber selber vor Ort sein.

​Lieferu​mfang:

Außer dem 3D-Drucker, ​bekommt man auch eine Menge an Zubehör mitgeliefert und zwei verschiedene Filament-Sorten. Die eine ist normales PLA (350g) und die andere ist eine PVA – Filamentspule(350g). Das PVA wird häufig als Stützmaterial für den 3D-Druck verwendet.

Das mitgelieferte Zubehör findest man in der „Accessory-Box“.


Accessory-Box Inhalt:


Print Core AA 0.4, Print Core BB 0.4, Glasplatte, Kabelabdeckung, Spulenhalter mit NFC-Kabel, Materialführung, Ethernetkabel, USB-Stick, Klebestift, Maschinenöl (für X/Y-Achse), Magnalube-Schmierfett (für Z-Achse), Sechskantschraubendreher, XY-Kalibrierungsblatt, Nivilierungskarte, Kurzanleitung, Netzadapter, Netzkabel

Zwischenfazit:

Positiv: Super verpackt, dadurch keine Transportschäden oder ähnliches, kein unnötiges Füllmaterial


Negativ: Nichts Negatives aufgefallen


3.Montage des Gerätezubehörs

Bevor man mit der Montage beginnt ist es ratsam, sich die Ultimaker App herunterzuladen oder sich das Benutzerhandbuch vom mitgelieferten Stick zu ziehen. Dort findet man eine detaillierte Anleitung, um deinen Ultimaker Druck bereit zu machen. Um mit der Montage beginnen zu können, muss nur noch der Kabelbinder bei den Achsen und das blaue Tape um den Druckkopf entfernt werden.

Die Montage Zeit beträgt ca. 10 min. Diese kann in 3 Stufen eingeteilt werden.

In der ersten Stufe montiert man den NFC-Spulhalter und schließt ihn an. Dabei muss man den Drucker vorsichtig auf die rechte Seite legen, um an die NFC-Buchse heranzukommen. Wenn man das Kabel richtig verlegt hat, kann man den Drucker wieder aufstellen und die Kabelabdeckung anbringen.

In der nächsten Stufe öffnet man die vorderen Klemmen beim Druckbett. Die mitgelieferte Glasplatte wird nun von vorn darauf geschoben und mit den Klemmen wieder fixiert.

Jetzt sind wir schon in der letzten Stufe. Bei dieser muss der Drucker nur noch ans Stromnetz angeschlossen werden. Hierbei ist die Ausrichtung des Steckers zu beachten, um Schäden an der Steckverbindung zu vermeiden.

So, das war`s schon mit der kurzen und knappen Einrichtung des Ultimaker 3 Extended. Was ich noch mit erwähnen möchte, falls du dir diesen 3D-Drucker kaufen möchtest, ist, dass du dich von vornherein erkundigen solltest, welchen Netzstecker Typ das Kaltgerätekabel besitzt. In meinem Fall war ein Netz-Stecker-Typ I (Australien, Neuseeland, China) dabei. Ich kann dir aber nicht genau sagen, ob das vielleicht nur ein Versehenen war. Nichtsdestotrotz war die Einrichtung sehr leicht und unproblematisch.


Fazit der Montage:

Positiv: Leichte und unkomplizierte Montage, gute Dokumentation in der App und im Benutzerhandbuch


Negativ: Falscher Netzstecker Typ (leicht zu beheben)


4.Einrichten und Vorbereiten

Nachdem der 3D-Drucker an das Stromnetz angeschlossen ist, wird er mittels eines kleinen Kippschalters auf der Rückseite angeschaltet. Im Display werden dir die folgenden Arbeitsgänge schrittweise erklärt. Wenn man der englischen Sprache nicht ganz so mächtig ist, dann sollte man in den Einstellungen die Sprache gleich ändern. Die Navigation durch das Menü wird mittels des Knopfes gesteuert.

Die Print-Core einrichten

Der Ultimaker 3 verfügt über zwei austauschbare Print Cores im Druckkopf.  Der erste Print Core ist bei der Lieferung schon im Druckkopf, sodass man nur den zweiten Steckplatz belegen muss. Hier ist zu überlegen, mit was für Material man drucken möchte. Dementsprechend wird der zweite Print Core ausgewählt. Wenn mit ABS, PLA oder ähnliches gedruckt wird, dann benutzte den zweiten AA-Print-Core. Sollte man jedoch die Absicht haben Stützmaterial aus PVA zu drucken, dann benutzt man den BB-Print-Core, da dieser eine spezielle Geometrie besitzt, um Verstopfungen oder ähnliches zu vermeiden.

Wenn der zweite Print-Core reingeklickt ist, wird dieser automatisch vom Ultimaker erkannt und die Lampen leuchten dann hellblau auf.

Ultimaker mit Material beladen

Bevor wir nun mit dem ersten Druck beginnen können, muss der 3D-Drucker natürlich mit Material bestückt werden. Hierbei wird zuerst der zweite Print-Core beladen. Auch hier wird man tatkräftig vom Drucker unterstützt, der dir Schritt für Schritt sagt, was zu machen ist. Das Ziel dabei ist es, dass bei beiden Düsen Material herauskommt. Wenn man hauseigene Materialen von Ultimaker nimmt, werden diese automatisch erkannt und an deinen 3D-Drucker weitergegeben.

Was ich noch hier anmerken möchte, ist, dass es nicht immer reibungslos funktioniert, besonders wenn zwei NFC- Materialien verwendet werden. Hier kann der Ultimaker sich nicht immer entscheiden, zu welchem Print-Core er es zuordnen soll. Das ist jedoch nur ein kleines Problem, da man es auch manuell einstellen kann.

Firmeware und Cura Software

Nun hat man den 3D-Drucker mit Material bestückt und die Print-Cores ordnungsgemäß installiert. Jetzt muss nur noch die W-Lan Verbindung erstellt und der Ultimaker 3 Extended mit einer Cura Software synchronisiert werden. Für den Ultimaker 3 muss mindestens Cura 2.3 verwendet werden.

Fazit vom Einrichten:

Positiv: Schrittweise und verständliche Erklärung der Arbeitsgänge, Print-Core Installation problemlos erfolgt


Negativ: Materialerkennung hat nicht immer funktioniert


Info: Nachdem alle Arbeitsgänge erfolgreich abgelaufen sind, wäre der Ultimaker 3 Extended theoretisch bereit für seinen ersten 3D-Druck. Da die erste Kalibrierung der Achsen vom Hersteller übernommen worden ist. Da ich einmal in der Materie stecke und gern alles vom 3D-Drucker wissen möchte, hab mich entschieden die Kalibrierung selbstständig nochmal durchzuführen.


5.Kalibrieren der Achsen

Bei der Kalibrierung der Achsen sollte man am besten mit der Z-Achse anfangen, um eventuelle Schäden auf der Glasplatte zu vermeiden. Das ist die sogenannte Druckbettnivellierung. Dies, kann manuell mittels der mitgelieferten Kalibrierungskarte erfolgen oder man lässt es automatisch vom Drucker durchführen. Bei beiden Varianten siehst du eine detaillierte Beschreibung der Arbeitsgänge auf dem Display.

Wenn die Nivellierung des Druckbettes abgeschlossen ist, sollte man die Kalibrierung der X- und Y-Achse durchführen. Im Benutzerhandbuch wird diese wie folgt beschrieben.


Starten der Kalibrierung:

  1. Gehe zu System->Wartung->Kalibrierung->XY-Versatz kalibrieren.
  2. Der Ultimaker 3 wird nun eine Rasterstruktur auf dem Druckbett drucken. Jetzt musst du bis zur Fertigstellung warten.
  3. Nachdem der Ultimaker 3 abgekühlt ist, entferne die Glasplatte vom Drucker und platzieren diese auf dem XY-  Kalibrierungsblatt. Stelle sicher, dass das gedruckte Raster exakt auf den beiden Rechtecken auf dem Blatt platziert ist.
  4. Finde die ausgerichteten Linien auf dem gedruckten Raster mit der Bezeichnung X und schaue, welche Zahl zu diesen Linien gehört. Gebe dann diese Zahl als den X-Versatzwert auf deinem Ultimaker 3 ein.
  5. Finde die ausgerichteten Linien auf dem gedruckten Raster mit der Bezeichnung Y und überprüfe, welche Zahl zu diesen Linien gehört. Gebe dann diese Zahl als den Y-Versatzwert auf deinem Ultimaker 3 ein.

Diese Werte werden dann für die entsprechenden Print-Cores Paare gespeichert, sodass du diese Kalibrierung nur noch selten durchführen musst. Wenn alles reibungslos funktioniert hat, kann der erste 3D-Druck mit zwei verschiedenen Materialien bzw. Farben beginnen.

Fazit vom Kalibrieren:

Positiv: Verständliche und logische Anleitung auf dem Display, viele automatische Abläufe


Negativ: Nichts Negatives aufgefallen


6.Druckbetrieb

Zu dem vielen Zubehör gehörte auch ein 16GB Stick. Auf diesen findet man das Benutzerhandbuch in diversen Sprachen, aber auch 3 Druckdateien. Für meinen ersten Druck habe ich mich für das Minical entschieden. Im Anschluss wurden noch andere Modelle gedruckt mit den unterschiedlichen Materialkombinationen.

Die folgenden Druckerzeugnisse:

previous arrow
next arrow
ArrowArrow
Slider

Fazit vom Druckbetrieb:

Positiv: Hohe Druckqualität, leise beim Druck, manuelle Einstellungsänderung während des Druckes, einfaches und schnelles wechseln der Print-Cores


Negativ: Durchschnittliche Auflösung der eingebauten Kamera


7.Wartung

Um stehts qualitativ hochwertige Drucke zu erhalten, benötigt der Ultimaker 3 Extended eine regelmäßige Wartung. Diese kann in vier verschiedene Arbeitsgebiete aufgeteilt werden.

  • Firmeware aktualisieren
  • Schmierung der Achsen
  • Säubern des Druckers
  • Wartung der Print-Cores

Ich möchte das Thema nicht unnötig in die Länge ziehen, da der komplette Ablauf auch im Benutzerhandbuch zu finden ist. Doch was ich hier noch kurz erwähnen werde, sind die Wartungsintervalle. Das heißt, welche Wartungsarbeiten, wann und wie oft, gemacht werden sollten. Diese Intervalle werden von Ultimaker vorgegeben.


Monatlich: Drucker reinigen, Ölen der Achsen


Viertel Jährlich: Achsspiel überprüfen, Spannung der Zahnriehen überprüfen, Auf Verschmutzungen am vorderen Lüfter des Druckkopfes überprüfen, Qualität der Silikondüsenabdeckung überprüfen, Print-Cores reinigen, Leitspindel Z-Motor fetten


Jährlich:Feeder reinigen und Bowden-Tubes ersetzen


Gesamtfazit vom Ultimaker 3 Extended:


Es beginnt mit einer gut durchdachten Verpackung und endet in wirklich sehr guten Druckergebnissen. Der Ultimaker 3 Extended hat mich schon nach kurzer Zeit sehr überzeugt und der Kontrast zu meinem selbst zusammengebauten Ultimaker Original Plus ist extrem. Trotz der nicht überragenden Bildqualität der Kamera, empfinde ich diese als sehr nützlich, um ab und an ein Auge auf den Druck werfen zu können. Das leichte Wechseln der Materialspulen und das automatische Erkennen von hausinternen Materialien würde ich trotz kleiner Erkennungsprobleme als sehr gelungen bezeichnen. 


Meines Erachtens besticht der Ultimaker 3 Extended besonders durch seine hohe Qualität bei zweifarbigen Modellen. Auch die Wiederholgenauigkeit und das Drucken von wasserlöslichem Stützmaterialien geben neue Möglichkeiten beim Erstellen von 3D-Modellen, sodass die Grenzen des Machbaren weiter ausgedehnt werden.


Natürlich sollte man ein wenig Erfahrung zum Thema 3D-Druck mitbringen, um das Optimum aus dem 3D-Drucker herauszuholen. Doch in der großen und sehr aktiven Ultimaker Community wird dir bei Problemen sofort geholfen, was auch ein großer Pluspunkt für die 3D-Drucker der Ultimaker-Familie ist.


Auch wenn die meisten Menschen, die von mir erwähnten positiven Dinge für einem 3D-Drucker dieser Preisklasse erwarten, so finde ich schon, dass der Ultimaker 3 Extended mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis überzeugen kann. 


Das war mein kleiner Testbericht zum Ultimaker 3 Extended. Ich bin gespannt, was die Zeit mit sich bringt und was für tolle Produkte in der nächsten Zeit hergestellt werden. Falls du dich jetzt entschieden nun selbst einen zu kaufen und noch fragen hast, dann schreib es einfach in den Kommentaren oder nutze mein Kontaktformular.

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