EasyThreed Nano – Ein 3D-Drucker für Kinder?

​Dies ist ein Testbericht von einem 3D-Druck Fanatiker und echten Experten, ​rund um den 3D-Druck. Lukas hat sich die Mühe gemacht den EasyThreed Nano auf Herz und Nieren zu prüfen. In diesem Bericht findest du seine persönliche Einschätzung zu diesem 3D-Drucker.


Der EasyThreed Nano ist wohl einer der kleinsten 3D Drucker, der aktuell im Handel ist. Doch nicht nur deswegen ist dieser in aller Munde. Auch wegen der extremen Kinder- und Beginnerfreundlichkeit stand dieses Gerät im Fokus vieler 3D-Druck Enthusiasten.


​Für mich war es von Anfang an klar: Den muss ich in die Finger kriegen. Das Resultat des Tests war dennoch ziemlich ernüchternd. Was genau werde ich nun genauer erläutern.


​Vorab noch eins - Auch wenn mir dieser 3D-Drucker „kostenlos“ zur Verfügung gestellt worden ist, er wird genauso kritisch unter die Lupe genommen wie jeder andere. 


Na dann - Viel Spass beim Lesen!


Lieferumfang:


Im Gegensatz zu den meisten Druckern in diesem Preissegment ist dieser kein Bausatz und ist nach dem Auspacken theoretisch direkt bereit eingesetzt zu werden.


Warum theoretisch? Das werden sie im Laufe dieses Reviews noch erfahren.


In dem Karton befinden sich:

  • ​USB-Kabel
  • Netzteil
  • Spachtel
  • Schraubendreher
  • Filament Halter
  • 1GB Micro SD Card
  • USB Card Reader
  • 250g PLA Filament (Firma unbekannt)


Aufbau des EasyThreed Nano’s


​Wie bereits erwähnt ist der Drucker bereits vollständig montiert, somit ist keine weitere große Schrauberei nötig.


Das Gerät wurde so konzipiert, dass alles sicher abschlossen und versteckt ist. Selbst das Hotend wurde verschlossen und somit das Verbrennungsrisiko minimiert.


Gefällt mir.


Das macht die Maschine interessant für Kinder, Einsteiger und Schulklassen.


Inbetriebnahme des EasyThreed Nano’s


​Einfach das (geschlossene!) Netzteil einstecken, die Micro SD Karte mitsamt G-Code einführen und einen Knopf drücken. Schon druckt er! Sowas erlebt man nicht alle Tage.


Auf der Druckfläche befinden sich an jeder Ecke je eine Schraube, mit der man das Druckbett einstellen/leveln kann. Die Druckoberfläche ist BuildTak ähnlich und ist entfernbar und magnetisch!


Ein nette Sache.


​Nun kam es bei mir zum ersten "Homen". Ich muss sagen, dieses Konzept hat mich verblüfft. Die X-Achse besitzt keinen Endschalter, sondern rattert einfach die ganze Zeit gegen den Anschlag bis er in jedem Fall in Position ist. Y und Z teilen sich den gleichen Endstop.  Das kann funktionieren, muss aber nicht. Im Falle eines Fehlschlags aus irgendeinem Grund drehen sich dümmstenfalls alle Gewindestangen aus ihren Fassungen, was eine komplette Demontage sowie eine penible Kalibrierung zur Folge hat.


Die Gewindestangen sind auch ein Punkt, welcher kritisiert werden muss. Bei mir waren 3 Gewindestangen krumm, was einen üblen Z-Whobble zur Folge hat. Druckt man etwas langsamer, ist dieser weniger prägnant aber ruiniert trotzdem das Druckbild immens.


Es gibt keinen Bauteillüfter, was ebenso die Qualität des Drucks mindern kann.


Bedienung


​Das Benutzer Interface ist verdammt simpel. Es ist einfach ein leuchtender Knopf. Nicht mehr. Natürlich kann man dadurch keine großartigen Informationen bzw. Aktionen starten. Jedoch bietet dieser erstaunlicherweise, so ziemlich alle Aktionen, die man benötigen kann sehr intuitiv an.


Auf der Rückseite befindet sich ein Schalter mit 3 Stufen.
„Feed“, Neutral und „Retract“. Diese Einstellungen tun genau auch genau dies. Stellt man den Schalter auf „Feed“, wird die Düse erhitzt und der Extruder fängt an das Filament zu fördern. Bei Retract gibt der Extruder das Filament wieder frei. Simpel, aber effektiv.


Leider musste ich feststellen, dass der Extruder bei „Retract“ manchmal etwas zu schwach ist um das Filament komplett zu entfernen. Dies liegt allerdings auch an dem Aufbau des Mini-Hotends. Durch die Schmelze des Plastiks kann es einen Pfropf bilden, welcher größer als der Durchmesser des PTFE Röhrchens innerhalb des Extruders ist.


Software für den EasyThreed Nano’s


​EasyThreed bietet seinen eigenen Slicer namens „Easyware“ an, welcher auf Cura basieren soll. Dieser ist auf Simplizität getrimmt. Dieser ist verfügbar in Englisch und Chinesisch. Innerhalb des Slicers kann man zwischen 3 Auswahlmöglichkeiten wählen. „Fast“,“Standard“, und „Detail“.


Leider konnte ich diesen Slicer nicht testen, da es zwar eine Mac Version gibt, diese allerdings schlicht weg nicht funktionierte. Auch die Windows Version schien nicht wirklich zu funktionieren. Der Support antwortete auch auf keinerlei Anfragen. Da hat EasyThreed wirklich noch was nachzuholen!


Um den Drucker zu testen, hatte ich also den PrusaSlicer benutzt.


Materialien


Da der EasyThreed Nano kein beheiztes Bett vorweist ist der Drucker nur mit PLA kompatibel.


Druckergebnis


Nicht wirklich überzeugend für erfahrene 3D-Druck Freunde.


Mein Fazit:


Sucht man eine kinderfreundlichen Einsteiger Drucker um kleine Schlüsselanhänger zu drucken und ist einem großartige Auflösung nicht wichtig, dann ist der Drucker vielleicht das richtige für jemanden.


Leider sorgten Fehler wie der nicht funktionierende Slicer, der fehlende Support und die Hardwarefehler für viel Frustration und Ernüchterung während des Tests.


Für 150€ bekommt man einen sicheren, kinderfreundlichen Minidrucker. Ein Gimmick. Wer jedoch wirklich detaillierte Dinge drucken und wirklich ernsthaft in die 3D-Druck Welt eintauchen will, der ist mit dem gleich preisigen Ender 3 von Creality in fast allen Punkten wesentlich besser bedient.

​Vor- und Nachteile

Pros

  • ​Bereits vollständig aufgebaut
  • ​Leichte Bedienung
  • ​Günstiger Preis
  • ​Gutes Kabelmanagement
  • ​​Kindersicher
  • ​Kompakt

​Contra

  • ​Der Lüfter ist im Dauerbetrieb
  • ​Vergleichsweise schlechte Druckqualität
  • ​Schlecht konzipierte Software
  • ​Kein Bauteillüfter
  • ​Sehr kleiner Druckraum

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