3D-Drucker, die Lebensmittel drucken können, ist längst keine Science-Fiction mehr. Dieser Markt wird sich in den nächsten Jahren stark entwickeln und einige Experten sind sogar der Meinung, dass solche 3D-Drucker bald in jeder Küche zu finden sind. Doch sind wir wirklich schon so weit? Was wird schon alles im Lebensmittelbereich gedruckt?

Es gibt erste Hinweise darauf, dass in der Welt der Lebensmittel - in diesem Fall der 3D-Druck von Lebensmittel in naher Zukunft große Veränderungen auf uns zukommen.

Wie bei jeder neuen Innovation gibt es Pro und Contra.

Während einige Befürworter sagen, dass 3D-gedruckte Lebensmittel eine mit Spannung erwartete Innovation sind, sind sich andere nicht so sicher. Dabei wurden kleine und große Käufer auf einem Bauernmarkt diesbezüglich gefragt.

Hören Sie sich nur an, was einige der kleinen und großen Käufer auf einem Bauernmarkt dazu gesagt haben.

"Seltsam. Wie machen die das überhaupt?"

"Bizarr."

"Zu futuristisch für mich."

"Wir sind altmodisch", sagte ein Gärtnermeister. "Wir denken, dass Lebensmittel durch den Anbau von Dingen entstehen."

"Ist es nahrhaft?", fragte eine der Bsucherin. "Das ist der ganze Zweck von Lebensmitteln."

"Beängstigend. Nein, danke."

"Ich würde mir auf keinen Fall einen für unseren Haushalt anschaffen. Wir haben uns noch nicht einmal eine Mikrowelle zugelegt."

"Vielleicht zum Dekorieren von Kuchen, aber bestimmt nicht für richtiges Essen."

Auf der anderen Seite der Medaille sagte der Marktleiter Jeremy Kindlund, dass er es spannend findet. "Ich sehe darin eine Menge Potenzial", sagte er.

Mit dieser Ansicht steht er nicht allein da.

Schon jetzt werden 5.600 Google-Suchanfragen pro Monat bzgl. 3D-gedruckter Lebensmittel gestellt. Deutlich häufiger wird nach gedruckte Häuser gesucht.(60.000 Suchanfragen)

Weitere häufige Suchanfragen sind gedruckte Autos, Schuhe, menschliche Organe, Drohnen, Raketen, Möbel, Roboter, Zahnersatz und sogar gedruckte Kleider.

Aber zurück zu den 3D-gedruckten Lebensmitteln.

Ein israelisches Bioprinting-Unternehmen bekannt, dass es ein 104 Gramm schweres Steak gedruckt hatte, bis dahin das größte seiner Art. Redefine Meat wurde 2018 gegründet und produzierte im selben Jahr das weltweit erste 3D-gedruckte Steak auf Pflanzenbasis.

Symbolbild 3d-gedrucktes Fleisch

Die Befürworter des 3D-Drucks verweisen auf die riesigen Mengen an Ressourcen, die für die Viehzucht benötigt werden, weshalb sie diese Technologie als Lösung für die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung ansehen.

Unabhängig von ihrer Herkunft, ob pflanzlich oder tierisch, sieht es immer mehr danach aus, dass das Fleisch der Zukunft nicht von Tieren, sondern aus dem 3D-Drucker kommt.

Dann gibt es da noch die Vorhersage von den Experten: Das schon bald in jeder Küche ein 3D-Lebensmitteldrucker steht - ein weiteres Küchengerät, das die Zubereitung von Mahlzeiten einfacher und schneller macht.

Wie funktioniert ein Lebensmitteldrucker?

Die meisten Menschen wissen, was ein Drucker ist. Er druckt Kopien von Seiten aus, auf die man Informationen geschrieben hat. Diese Technologie gibt es schon seit langem. Aber ein Drucker, der Lebensmittel herstellt?

Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert, wie ein 3D-Lebensmitteldrucker funktioniert, zumindest das Konzept, wie er funktioniert ist ähnlich wie ein Kunststoff 3D-Drucker.

Erinnern Sie sich an die Pizza-Automaten, die 2015 aufkamen? In diesem Fall wird der Teig zubereitet und aus einer Kartusche des Druckers auf eine Platte extrudiert. Als Nächstes wird der Teig mit Tomatensoße und Käse belegt und dann in den Ofen geschoben - alles in ein und demselben Gerät. Man kann sich das wie ein primitives 3D-Lebensmitteldruckverfahren vorstellen.

Beim 3D-Lebensmitteldruck werden Lebensmittel wie Teige, Käse, Zuckerguss und sogar rohes Fleisch in Spritzen ähnliche Behälter gefüllt, aus denen sie dann extrudiert werden.

3d gedruckte, essbare Schokoladenobjekte (Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)

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3D-Gedruckter Schokoladenessbecher

Also ähnlich wie beim FDM-Druck.

Das Foodtech Unternehmen SavorEat hat ein Gerät entwickelt, in dem du dir deinen personalisierten Burger zusammen stellen kannst.

Wie gesund sind die gedruckten Lebensmittel?

In ihrem TedxHigh Point-Vortrag lässt Lynette Kucsma ihre Zuhörer gleich zu Beginn wissen, dass sie sich immer als gesunde Esserin betrachtet hat. Deshalb war sie anfangs sehr skeptisch gegenüber Lebensmitteln, die mit 3D-Druck hergestellt werden.

Aber als sie recherchierte, entdeckte sie, dass sie sich auch mit einem 3D-Drucker gesund ernähren kann. Heute ist sie Mitbegründerin und Chief Marketing Officer bei Natural Machines, dem Hersteller von Foodini.

Sie geht sogar so weit vorherzusagen, dass 3D-Drucker den Weg der Mikrowellen einschlagen werden. Als diese in den 1970er Jahren zum ersten Mal eingeführt wurden, "haben die Leute das nicht verstanden", sagte sie. Manche dachten sogar, sie könnten Krebs verursachen. Sie fragten: "Wozu brauche ich eine Mikrowelle, wenn ich schon einen perfekten Ofen in meiner Küche habe?

Aber die Dinge haben sich geändert, sagte sie. Mikrowellen sind heute in 90 Prozent unserer Küchen zu finden.

Sie sagte voraus, dass 3D-Drucker den gleichen Weg einschlagen werden, allerdings in einem viel schnelleren Tempo, weil der technologische Fortschritt heutzutage so schnell voranschreitet. Schon bald, so sagte sie, werden sie die Größe einer Mikrowelle haben und ein gängiges Küchengerät sein.

Zum Thema Ernährung sagte sie ihrem Publikum: "Wir sollten mehr Lebensmittel mit frischen, echten und gesunden Zutaten drucken. Lassen Sie uns von verpackten, verarbeiteten Lebensmitteln wegkommen."

Sie wies darauf hin, dass man durch die Abkehr von diesen Lebensmitteln stattdessen nahrhaftere Lebensmittel zu sich nimmt.

"Und das ist gesünder", sagte sie.

Food Printing in Deutschland?

Das Institut für Lebensmitteltechnologie der HSWT gehört im Bereich des 3D Food Printing zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen, während an der Hochschule Landshut bereits im Jahr 2013 das „Labor für additive Fertigung“ gegründet wurde. Seit Oktober 2021 bietet die Hochschule Landshut sogar einen eigenen Studiengang zur additiven Fertigung an. Mehr Informationen findest du in diesem Beitrag.

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3D Food Printing (Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)

Was kosten eigentlich 3D-Drucker für Lebensmittel?

Wie beim Kunststoffdruck, variieren die Preise je nach Funktionen und Zielgruppen stark.
Filemon Schoffer, Mitbegründer und CCO von Hubs.com, sagt folgendes:

Ein präziser Drucker, der hohe Düsentemperaturen erreichen kann, ist wahrscheinlich viel teurer und für Unternehmen attraktiver.

Wer jedoch zu Hause einsteigen möchte, kann ein einfaches Modell für etwa 100 bis 500 Dollar bekommen. Fortgeschrittene Heimanwender werden wahrscheinlich etwa 300 bis 1.000 Dollar ausgeben, während gewerbliche Anwender, die ein anspruchsvolleres Modell wünschen, mit Kosten von über 5.000 Dollar rechnen müssen.

Er sagte, dass es viele Modelle für den Heimgebrauch gibt, dass es aber wichtig ist, sich zu informieren, bevor man Geld für einen 3D-Drucker ausgibt, da es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt.

Wie steht es um die Hygiene solcher 3D-Drucker?

Die Befürworter der Drucker sagen, dass es keine Probleme mit der Lebensmittelsicherheit gibt, aber nur, wenn die Lebensmittel in einer sterilen Maschine zubereitet wurden und der Zubereiter die Hygienevorschriften einhält. Das unterscheidet sich nicht von dem, was in jeder Küche notwendig ist.

Lebensmittelsicherheit beim 3D-Druck ist keine einfache Angelegenheit ist, die sich auf ein klares Ja oder Nein reduzieren lässt. Die Herstellung von 3D-gedruckten Teilen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, erfordert eine sorgfältige Abwägung der Risiken je nach Verwendungszweck.

Ein 3D-gedrucktes Teil kann sich innerhalb von Wochen in eine Petrischale verwandeln, in der sich Bakterien tummeln. Auch wenn einige Materialien die Spülmaschine überstehen, so gilt dies auch für gefährliche Bakterien wie E.Coli und Salmonellen, die in den kleinen Ecken und Winkeln leben. Einige giftige Schimmelpilze finden auf verschiedenen Kunststoffarten günstige Wachstumsbedingungen vor und sind nur schwer zu entfernen. Weder die Reinigung mit Bleichmitteln noch die Mikrowelle sind eine Option zur Beseitigung von Keimen.

In jedem Fall müssen Lebensmittel, die von Menschen verzehrt werden, strengen Sicherheitsstandards genügen.

Fazit

Da die 3D-Drucktechnologien weiter auf dem Vormarsch sind, prognostizieren neue Untersuchungen von Hubs.com, dass der Gesamtmarkt für 3D-Druck bis 2026 um 24 Prozent auf 44,5 Milliarden Dollar wachsen wird.

Derzeit sind Dutzende von Lebensmitteldruckern auf dem Markt erhältlich, was zum Teil dem öffentlichen Interesse und dem raschen Wachstum der Technologie zu verdanken ist.

Man kann gespannt sein, wie sich das Thema entwickelt und was uns die Zukunft im Bereich Lebensmitteldruck bereithält.

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