Bessere Haftung auf dem Druckbett

​Das FDM-Verfahren hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Beinahe monatlich kommen neue 3D-Drucker auf den Markt ebenso verschiedene Materialien, aus denen du wählen kannst. Auch Dual-Drucker werden mittlerweile von vielen verschiedenen Herstellern angeboten. Rund um den 3D-Druck entwickelten sich riesige Industriezweige, es entstehen immer mehr Anwendungsfelder.


Was sich aber seit Beginn dieser Technik nicht verändert hat, ist die Tatsache, dass die erste Schicht auf dem Druckbett haften muss. Das sogenannte Fundament deiner Drucke bildet die Basis und ist oftmals das Zünglein an der Waage zwischen einem funktionierenden Druck oder einem Fehldruck. Im Internet findest du einige sehr gute Forenbeiträge bzw. Artikel darüber, die auch mir weitergeholfen haben. Auf der Basis dieser Informationen und meiner persönlichen Erfahrungen stelle ich dir verschiedene Möglichkeiten zur optimalen Haftung auf dem Druckbett vor. Abschließend findest du eine Link-Liste verschiedener Produkte. Hierbei handelt es sich wieder um Affiliate-Links, durch deren Nutzung du diese Seite indirekt unterstützen kannst. Bevor wir näher auf die Hilfsmittel eingehen, muss geklärt werden, ob die Grundvoraussetzungen für gute Haftung auf dem Druckbett gegeben sind.

Die 5 Grundvoraussetzungen:

#1 - Sauberes Druckbett

Die oberste Voraussetzung ist ein sauberes Druckbett. Es dürfen weder alte Druckrückstände noch Staub oder Fett auf dem Druckbett sein.

#2 - Druckbett Nivellierung

Der Abstand zwischen Düse und Druckbett muss stimmen. Die Druckbett-Nivellierung ist ein entscheidender Faktor für eine optimale Haftung

#3 – Richtige Drucktemperatur ​auswählen

​​​Je nach verwendetem Material musst du die richtige Drucktemperatur wählen. Wird diese nicht richtig eingestellt, kann es passieren, dass zu wenig Material aus der Düse extrudiert wird und deshalb das Filament nicht auf dem Druckbett haften kann.

#4 – Druckbetttemperatur an das Material ​anpassen

​Auch die Druckbetttemperatur muss je nach Material angepasst werden. Anderenfalls kann es zum bekannten „Warping“ kommen, wodurch die Haftung des Modells stark darunter leidet.

#5 – Reduzierte Druckgeschwindigkeit der ersten Schicht

​​​Besonders bei der ersten Schicht sollte die Druckgeschwindigkeit gering sein. Dadurch ermöglichst du dem Filament eine bessere Haftung an das Druckbett. Gib dem Material die nötige Zeit die es braucht.


Hast du alle diese Punkte überprüft?  Immer noch Haftungsprobleme?


​​Hier kommen die verschiedenen Möglichkeiten:


Möglichkeit 1: Veränderung im Slicer-Programm

Die vielleicht einfachste Möglichkeit deinem 3D-Druck eine bessere Haftung auf dem Druckbett zu geben, ist das Einstellen der Brim-Funktion im Slicer-Programm. Es  entsteht so eine größere Auflagefläche des Objektes, was sich positiv auf die Haftung auswirkt. Nach Fertigstellung des Druckes entfernst du diese einfach wieder.


Für die ersten Schichten kannst du auch den Lüfter ausschalten. Die meisten Slicer-Programme machen dies automatisch, besser aber , du überprüfst es zu Beginn deines Druckes.


Willst du ABS drucken, empfehle ich dir, den Lüfter für den gesamten Druck auszustellen. Bei kleinen Teilen musst du jedoch aufpassen, dass die Schichten auch genügend Zeit haben, sich abzukühlen. Das kannst du mittels Reduzierung der Druckgeschwindigkeit erreichen.

Auswahl des Haftungstyps:


​Einstellung der Kühlungsfunktionen:



​Möglichkeit 2: Druckbett konfigurieren

Es gibt verschiedene Varianten, dein Druckbett zu konfigurieren. Entscheide je nach Drucker und verwendetem Material, welche für dich geeignet ist.

​Blue Tape

Das sogenannte "Blue Tape"ist ein Malerabdeckband, welches du auf das Druckbett aufklebst. Beachte dabei, dass zwischen den einzelnen Streifen keine Abstände und Überlappungen entstehen. Dieses verursachen Unebenheiten auf der untersten Schicht.


Haarspray

Besteht das Druckbett aus Glas, kann es nicht schaden, ein wenig Haarspray darauf zu sprühen. Die besten Ergebnisse erzielte ich mit Haarspraystärke 4. Achtung! Niemals im Druckraum sprühen! Der Nebel kann sich sonst auch auf die Achsen legen.


Haftspray

Es gibt speziell entwickelte 3D-Druck - Haftungssprays. Diese wirken auch wunderbar. Sei jedoch beim Lösen deines Objektes sehr vorsichtig damit es nicht zerstört wird.


Klebestift(UHU-Stick)/Klebestift (Magigoo)

Jeder hat wahrscheinlich einen Klebestift zu Hause. Auch dieser kann die Haftung deines 3D-Druckes erhöhen. Wenn du dein Druckbett damit bestreichst, achte darauf, dass keine Klumpen entstehen, sondern nur ein leichter Film auf dem Bett zu sehen ist.


Zuckerlösung/Malzbier/Bier

Auch handelsübliche Lebensmittel wie Zuckerlösung oder das geliebte Bier können hilfreich sein. Dabei solltest du es nicht übertreiben, denn schon eine dünne Schicht reicht oftmals aus.


​ABS Beschichtung

Hier bestreichst du dein Druckbett mit aufgelöstem ABS Material. Diese Tinktur kannst du aus alten ABS Resten und Aceton herstellen. Gute Ergebnisse konnte ich mit folgender Mischung erreichen – 100 ml Aceton zu ca. 30 bis 40g ABS Material –.  Am Ende muss ein milchiger Film zu sehen sein. Vergiss dabei nicht die Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Aceton! Handschuhe und eine Atemschutzmaske sind ein absolutes Muss um keine gesundheitlichen Probleme hervor zu rufen.


​Glas und Spiegelfliesen

Die meisten Drucker sind standardmäßig mit Glas- oder Spiegelfliesen ausgestattet. Drucke aus PLA haften darauf gut, bei ABS-Drucken wird es schwieriger. Das Glas muss auf jeden Fall fett- und staubfrei sein. Wenn du die oben genannten Grundvoraussetzungen eingehalten hast, sollte einem ordentlich haftenden PLA-Druck nichts im Weg stehen.


​Filaprint Dauerdruckplatte

Diese Druckplatte weist im beheizten Zustand eine besondere Haftwirkung auf. Sobald sie abgekühlt ist, lassen sich die gedruckten Objekte ohne Probleme wieder lösen. Persönlich habe diese Platte noch nicht genutzt. Du findest dazu vielversprechende Videos auf Youtube. Erwerben kannst du sie bei Filafarm. Dort findest du auch andere Produkte rund um den 3D-Druck.


​Borosilikatglas

Besonders ABS PLA Drucke haften auf diesem Glas besser als auf herkömmlichen Glasplatten. Borosilikatglas lässt sich gut verarbeiten. Drucke können so sehr  "Plan" gefertigt werden, was bei der Haftung von gedruckten Objekten wichtig ist. Weitere Vorteile des Borosilikatglases sind die hohe Bruchfestigkeit und die Hitzeresistenz. Drucken mit hohen Temperaturen wir dadurch ermöglicht.


​Buildtak

Hierbei handelt es sich um Folie, die auf eine Platte aufgeklebt wird. Diese muss unbedingt blasenfrei auf die Unterlage aufgebracht werden! In viele Foren liest man aber auch, dass die Haftung „zu gut“ ist und deshalb das Lösen des Druckobjektes zur großen Herausforderung werden kann.


​Aluminiumdruckplatte

Aluminiumdruckplatten bestehen oftmals aus Aluminium-Guss-Material mit PEI- Beschichtung. Je nach Hersteller und Verkäufer kann diese für deinen 3D-Drucker speziell angefertigt werden. Die Platte eignet sich für die herkömmlichen Druckmaterialien. Eine geringe Anpassung deiner Druckwerte wird aber notwendig sein.


​Tufnol

Es handelt sich dabei um ein Epoxidglashartgewebelaminat, welches sich besonders für den 3D-Druck mit Nylon eignet. In verschiedenen Foren findest du darüber interessante Testberichte.


Möglichkeit 3: Konstruktion verändern


Ein weiterer Punkt, für eine bessere Haftung zu sorgen, ist das leichte Verändern deiner Konstruktionsdatei. Natürlich kommt es dabei immer auf dein zu druckendes Objekt an. Du solltest jedoch wissen, dass runde Flächen besser auf dem Druckbett haften als eckige. Die Kräfte wirken hier anders. Das Problem, dass sich zum Beispiele eine Ecke hochzieht (Warping), ist durch die runde Kontur nicht mehr gegeben. Eventuell kannst du diesen Aspekt in deine Konstruktion einbeziehen.

Wichtige Werkzeuge beim 3D-Druck

Benötige ich Werkzeuge für meinen 3D-Drucker? Wenn ja welche wären das?

Diese oder ähnliche Fragen sind in der letzten Zeit bei mir vermehrt angekommen. Das hat mich dazu bewogen eine kleine Übersicht zu den grundlegendsten Werkzeugen bzw. Arbeitsmittel beim 3D-Druck anzufertigen. Diese können dir bei der Einstellung deines 3D-Druckers oder das bearbeiten deiner 3D-Drucke nützlich sein. Nicht alle sind notwendig, aber nach meinen Erfahrungen her ist es immer gut, ein wenig Auswahl zu haben, um das bestmöglichste Ergebnis heraus zu holen.


Vorab möchte ich dir noch sagen das diese Seite Affiliate Links enthält. Beim Kauf eines dieser Produkte, erhalte ich eine kleine Provision, was für dich jedoch keine zusätzlichen Kosten oder Gebühren bedeutet. Dieses Geld geht zu 100% in den weiteren Aufbau dieser Website und der Realisierung von Projekten, rund um den 3D-Druck.


Vielen Dank im Voraus.


Werkzeugset von Printakit

Dieses 37-teilige Werkzeugset von Printakit bietet dir Werkzeuge für die Vorbereitung, das Ablösen des Drucks, Nachbearbeitung und Wartung des 3D-Druckers. Solltest du noch gar keine Werkzeug haben, ist es der Optimale Einstieg.


Sechskantschlüssel

Die meisten Schrauben an den 3D-Druckern sind M3-Sechskantschrauben (ISO 7380 spezifisch. Mit dem Kauf eines Druckers wird oftmals der passende Schlüssel mitgeliefert, jedoch ist schwer damit an manche Schrauben heranzukommen.

Natürlich, benötigst du für Fertige 3D-Drucker weniger Werkzeug als wenn du einen Bausatz besitzt. Doch falls es zu Wartungsarbeiten kommt, kann es nicht schaden, wenn man gleich das richtige Werkzeug parat hat.


Zange

Die Zange eignet sich besonders für das Greifen und entfernen des Stützmaterials. Besorge dir am besten eine mit Langen Zinken da die Reichweite bei manchen Objekten von Nöten ist.

Wobei mir die Zange auch sehr geholfen hat, war das Festhalten der Muttern. Besonders in den Ecken der 3D-Drucker kann das eine ziemlich nervige Angelegenheit werden.


Seitenschneider

Eignet sich für das Entfernen des Stützmaterials, nah am Werkstück.

Aber sollte es auch Einkerbungen im Filament Strang geben, die den später Materialtransport behindern könnte, ist der Seitenschneider optimal für das zertrennen des Filament Stranges. Sehr nützliches und oft gebrauchtes Werkzeug.


Feilen-Set

Um das Ergebnis deiner 3D-Drucke so gut wie möglich zu gestalten, kann ich dir nur ein Diamant Feilen Set empfehlen. Damit kannst kleine Unebenheiten, Spuren oder Optische Unstimmigkeiten legalisieren.


Hakenklinge

Mit der Hakenklinge kannst du deine Kanten und Bohrungen sauber entgraten. Durch die Form der Klinge ist es leichter, einen sauberen und durchgängigen Schnitt durchzuführen, als wenn du mit einem Messer versuchst dies zu entgraten.


Feinmechanik-Öl

Dies ist zwar kein Werkzeug, aber für den 3D-Druck ein Arbeitsmittel, dass man nicht vernachlässigen darf. Die Achsen des 3D-Druckers müssen regelmäßig geschmiert werden. Wie oft das gemacht werden soll, hängt von der Benutzung und dem Arbeitsort ab. Die Leichtgängigkeit der Achsen muss gewährleistet sein, sonst wirst du nie einwandfreie 3D-Drucke haben.

Auch ein kleiner Tropfen Öl auf dem Filament Strang kann manchmal nicht schaden. Das minimiert die Reibung im Bowdenschlauch, was den Transport des Materials zugutekommt.


Blue-Tape

Das Blue-Tape ist besonders für PLA-Drucke geeignet. Es ist eine sehr leichte Möglichkeit die Haftung deines Druckes zu erhöhen. Das Tape wird gleichmäßig nebeneinander auf das Druckbett aufgebracht. Hierbei ist zu beachten, dass das Druckbett fettfrei ist und dass die Bahnen des Kapton Band nicht übereinander Lappen.


Spachtel

Die Spachtel dient dazu den fertigen 3D-Druck vom Druckbett zu entfernen. Manchmal löst sich auch das Objekt von alleine, wenn die Temperatur des Druckbettes sinkt. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, so kann es nicht schaden, wenn man das geeignete Werkzeug hat. Hier sollte man mit vorsichtig agieren da man durch Unachtsamkeit den ganzen 3D-Druck zerstören kann.


Messerset

Die vielleicht simpelsten Werkzeuge die ich beim 3D-Druck benutzte sind Messer. Diese müssen natürlich scharf sein, damit man gut durch die Plaste kommt. Eine kleine Auswahl von verschiedenen Formen von Messer kann sehr hilfreich sein, um an alle Stellen gut heranzukommen.


Kegelsenker

Damit kann man schöne und saubere Fasen an Bohrungen anfertigen.


Schleifpapier

Schleifpapier eignet sich hervorragend zum Veredeln von 3D-Drucken. Die Rauheit der Oberfläche wird durch das Sandpapier reduziert und dadurch das Endergebnis des Druckes deutlich verbessert.


Messschieber

Hiermit kannst du deine Modelle auf Hundertstel genau vermessen. Auch das messen der Filament Stranges ist wichtig, um die richtige Einstellung in der Drucksoftware zu wählen. Die korrekte Handhabung mit dem Messgerät hat hohe Priorität da sonst die abgelesen Werte, verfälscht werden können.


Reinigungsnadel/Bohrer

Die Reinigungsnadel/Bohrer verwende ich zum „Entblocken“ meiner Düse. Durch das Wechseln des Materials bleibt oftmals Restmaterial in der Düse zurück. Das wiederum, verstopft den Durchfluss des neuen Materials. Mit der Reinigungsnadel kann ich das Problem schnell und sauber lösen.


Haftspray

Mit diesem Haftspray für 3D Drucker gehören Haftungsprobleme der Vergangenheit. In nur wenigen Sekunden bietet das Printafix Haftspray einen durchschnittlichen Halt von 121 N /cm². Durch diese gute Haftung musst du beim entfernen deines Druckes von der Druckplatte aufpassen, dass du das Objekt nicht verformst bzw. zerstörst.

10 Slicer-Tricks,um die Qualität deiner 3D-Drucke zu verbessern!

​Da jedes Slicer-Programm seine speziellen Besonderheiten hat, werde ich auch hier, auf die allgemeinen Dinge eingehen. Diese kannst du auf allen bekannten Slicer-Programmen anwenden. Ich zeige dir hier, wie du mit kleinen Veränderungen an den Parametern, dein gedrucktes Objekt optimieren und das Beste aus ihnen herausholen kannst.


1.Verwendung der Experteneinstellungen

Was ich dir auf alle Fälle raten würde, sich mit den Experteneinstellungen der verschiedenen Slicer-Programmen auseinander zusetzten. Auch wenn die ganzen verschiedenen Parameter am Anfang ein wenig abschreckend wirken, kannst du mit diesen dein Druck viel genauer abstimmen. Übe ein wenig, drucke Testmodelle und schau dir die Veränderungen an. Du wirst nach kurzer Zeit feststellen, dass es komplizierter aussieht als es am Ende ist, da auch oftmals hilfreiche Erklärungen bei den Slicer-Programmen zu finden sind.


2.Vorschau des Druckes

Ein wirklich sehr hilfreiches Werkzeug bei den Slicer-Programmen sind, die sogenannten Ansichtsoptionen. Hier kannst du zum Beispiel dein Modell in den Druckbaren Ebenen anzeigen lassen, und so dein Werkstück Schicht für Schicht anschauen. Diese Ansicht wird natürlich nicht genau sagen, ob der 3D-Druck funktioniert, aber es wird dir die Chance geben, zu sehen, ob du irgendwelche offensichtlichen Fehler gemacht hast bzw. ob es irgendwelche Probleme mit dem Slicing-Prozess gab.

(Bild:Hier kannst du sehr gut erkennen, wie dein Modell aufgebaut wird und welche Strukturen dein 3D-Drucker drucken möchte.)


3.Verschiedene Druckprofile anlegen

3D-Druck ist nicht gleich 3D-Druck. Wenn du schon eigenen Erfahrungen sammeln konntest, wirst du ja selber festgestellt haben, dass man die Einstellungen auf das jeweilige Modell anpassen muss. Auch wenn das vorherige Werkstück mit den Einstellungen einwandfrei funktioniert hat, muss das keine Garantie sein das das beim nächsten auch wieder so ist. Lege dir verschiedene Druckprofile an, damit du von deinen gewonnenen Erfahrungen profitieren kannst. Diese Profile sollten zum Beispiel nach Material, Qualität oder Größe deiner gedruckten Modelle sortiert werden. Das kann dir bei zukünftigen Druckprojekt extrem hilfreich sein und man kann einige Fehldrucke vermeiden.


(Bild: Eigene Druckprofile)

4.Heizbetttemperatur gering halten

Durch die Wärme die das Druckbett ausstrahlt, ist die Haftung der Werkstücke verbessert. Auch der Verzug wird minimiert, jedoch kann übermäßige Hitze neue Probleme verursachen. Hier trifft also das Sprichwort „Weniger ist mehr“ zu. Versuche die Betttemperatur so niedrig wie möglich zu halten, sodass es zu keiner Verformung der unteren Schicht kommt. Solltest du die Temperatur zu hoch eingestellt haben kannst du eine Art „Höhle“ unter der ersten Schicht feststellen. Du musst hier ein gesundes Mittelmaß finden zwischen guter Haftung und keiner Deformierung des Bodens. Die Heizbetttemperatur steht aber meistens auf dein Filament spulen der Hersteller.


5.Die Schichtdecke dem Modell anpassen

Normaler weiße, sagt man, je kleiner die Schichtstärke umso besser die Qualität des Modelles. Doch das trifft nicht immer zu und der Komplexität des 3D-Druckes wird diese Aussage nicht immer gerecht. Zum Beispiel können kleinere Modelle, bei geringer Schichtstärke, schnell überhitzen und eine Deformierung des Modelles verursachen. Ein weiterer Nachteil bei dünnen Schichten ist das kompensieren von Materialfehlern. In diesem speziellen Fall ist der Durchmesser des Filament Stranges gemeint. Sollte, es dabei extrem Unterschiede geben, wirst du dies bei dünnen Schichten, eher sehen als bei größer gewählten. Der vielleicht am häufigsten auftretende Nachteil der dünnen Schicht ist das überqueren von Hohlräumen. Da bei diesen Schichten, nur winzige Menge an Kunststoff extrudiert wird, kann dieser dünne Strang auch eher brechen. Das Typische Fehlerbild für dieses Problem findest du hier.


6.Langsam Drucken

Natürlich wünscht sich jeder das seine Drucke qualitativ hochwertig sind, aber vor allem soll es schnell gehen. Doch das ist beim 3D-Druck nicht der richtige Ansatz. Lass den 3D-Drucker Zeit dein Modell Schicht für Schicht aufzubauen, sodass sich diese Schichten optimal miteinander verbinden. Umso höher die Druckgeschwindigkeit, desto schwieriger wird es für deinen 3D-Drucker die Konturpunkte einhalten zu können. Meine besten Erfahrungen konnte ich mit einer Druckgeschwindigkeit von 30mm/s bis 50mm/s machen. Des Weiteren solltest du auch auf die Bewegungsgeschwindigkeit achten. Wähle diese mit Bedacht, da sonst auch hier die Positionierung für den 3D-Drucker echt zum Problem werden kann. Hier nehme ich 80mm/s bis 120mm/s.


7.Wandstärke erhöhen

Ein ganz simpler Trick die Stabilität deines Modelles zu erhöhen ist das vergrößern der Wandstärke. Nicht nur, dass dein Modell stabiler ist, auch der Fehler des sogenannten „Ghosting“ kannst du damit vermeiden. Dazu sei aber gesagt, dass mehr Material benötigt wird und das die Druckdauer sich erhöht.


8.Lage des Werkstückes optimieren

Versuche die Lage deines Werkstückes so auszurichten das es „leicht“ zu drucken ist. Das heißt, das du wenn möglich, große Überhänge und Flächen die frei im Raum sind vermeidest. Auch zu bedenken ist, die erste Schicht eine große Kontaktfläche mit dem Druckbett besitzten sollte, da es das Fundament deines 3D-Drucks ist. Was bei der Ausrichtung auch mit zu erwähnen ist, dass die meisten 3D-Drucker eine viel höhere Auflösung in der Z-Richtung haben als in X und Y. Falls du also feine Details beim Druck realisieren möchtest, ist es besser das Werkstück in Z-Richtung auszurichten.


"Leichter zum Drucken"

Vorteile:

  • Bessere Haftung(größere Auflagefläche)
  • Keine Stützstruktur notwendig

"Schwerer zum Drucken"

Vorteil:

  • Feinere Details möglich(hier nicht notwendig)

9.Spare Material und Zeit

Genau hier ist der große Vorteil des 3D-Druckes. Du kannst deine Modelle auch „hohl“ drucken, damit sparst du Material und Zeit. Natürlich musst du Abwegen für was du dein Modell verwenden möchtest und ob es später irgendwelche physischen Belastungen ausgesetzt ist. Jedoch, kannst du diese durch das erhöhen der Wandstärke eventuelle Stabilitätsprobleme leicht kompensieren. Dies ist eine gut und vergleichsweise einfache Methode Rohstoffe und Zeit zu sparen.


(Bild: Werkstück ohne Füllung, dafür aber mit doppelter Wandstärke(0.8mm) --> Reduzierung der Druckzeit ca.50% )


10.Verschiedene Slicer nutzen

Jeder Slicer hat seine „besonderen“ Funktionen und je nach deinem Modell, kann es wirklich den Unterschied ausmachen ob der 3D-Druck auf anhieb funktioniert. Probiere ein wenig aus und habe keine Angst nicht die Original Software deines 3D-Druckers zu nehmen. Denn, die verschiedenen Softwares sind im Großen und Ganzen gleich aufgebaut und wenn du schon mit einer Erfahrung gesammelt hast, solltet das kein Problem für dich sein, mit einer anderen zu arbeiten.


Die beliebtesten Slicer im Überblick:

5 Details, die du bei der Konstruktion von 3D-Modellen berücksichtigen musst!

​Die Basis aller 3D-Drucke ist das digitale 3D-Modell. Ich werde dir hier zeigen, worauf du bei der Konstruktion achten solltest und welche kleinen Kniffe es bei der Erstellung druckbarer Dateien gibt. Bei der Konstruktion, eines 3D-Druckes ist der Faktor „Erfahrung“ extrem wichtig, deshalb werde ich dir hier, meine persönlichen Erfahrungen dir präsentieren.


1. Schrumpfung beachten - eventuell größer Konstruieren

Bei der Konstruktion deiner Modelle, ist es vom Vorteil, wenn du die Schrumpfrate des Filaments mit einbeziehst. Je nach Material, Form des Teils, Stützstruktur, beheiztes /unbeheiztes Druckbett kann die Schrumpfrate variieren. Die Hersteller können nur die allgemeine Schrumpfrate angeben und es liegt an dir, diese in deiner Konstruktion mit einzubeziehen. Am Anfang wirst du einige Probedrucke benötigen, um ein gutes Ergebnis erzielen zu können. Die Schrumpfrate wirst in Prozent angegeben.


2. Winkel bis maximal 45 Grad

Möchtest du Winkel bzw. Schrägen an deinem Werkstück in der Vertikalen Ebene (Z-Achse) anfertigen, dann sollten diese nicht über 45 Grad sein. Wenn du diese größer wählst, wird dir die Drucksoftware kein Fehler anzeigen, jedoch wirst du Qualitative schlechte Ergebnisse erzielen. Den je Steiler der Winkel in der Vertikalen Ebene(Z-Achse) ist, umso schlechter die Qualität deiner Schräge. Nicht nur der richtige Winkel ist entscheiden, sondern natürlich auch deine gewählten Fertigungsparameter.

Richtig

(Bild: Schräge mit einem Winkel von 45°)

Falsch

(Bild: Schräge mit einem Winkel von 60°)

3. Wandstärke bedenken

Wenn du bei deinem Werkstück dünne Wände konstruierst, dann versuche diese um ein Vielfaches von deinem Düsendurchmesser herzustellen. Somit kann die Slicer-Software die Eingaben besser verarbeiten und es kommt zu keinen ungewollten Überraschungen.


​4. Eigene Stützstrukturen entwerfen

Mit den 3D-Druck kannst du Objekt entwerfen, die sonst so gut wie nicht möglich wären oder enormen Arbeitsaufwand benötigen. Doch oftmals wird beim 3D-Druck die sogenannten Stützstrukturen benötigt, um dein Werkstück ohne Qualitätsverlust herstellen zu können. Diese „Helfer“ können mittels der verschiedenen Slicer-Programme automatisch eingefügt werden. Das reicht bei einigen Modellen auch aus, aber aus meinen persönlichen Erfahrungen ist es besser, wenn man selbst bestimmen kann wo die Stützstruktur entstehen soll. Füge in die Konstruktion, deine eigenen Stützen mit ein. Was du hier beachten musst, ist das Platz zwischen Kontur und der Stütze ist. Dieser Platz ermöglicht es dir, die Stützstrukturen im Nachhinein leichter vom Objekt entfernen zu können ohne dabei dein Modell zu beschädigen.


(Bild: Selbst erstellte Stützstruktur)

5. Fase an der Unterseite

Die erste Schicht deines Druckes ist die Basis deines Werkstückes. Hier wird nach und nach dein Modell drauf aufgebaut. Da in der ersten Schicht das Material zwischen Düse und Druckbett ungehindert fließen kann, entsteht eine Spiegelähnliche Unterseite. Das Problem daran, ist das die Abmessungen der Außenkonturen größer werden als erhofft und es zu den sogenannten „Elefantenfüßen“ kommt. Um das zu verhindern, konstruiere einfach eine kleine Fase an die Unterseite. Nun hat das Material ein wenig Platz zum Arbeiten und deine Maße können besser realisiert werden. Natürlich solltest du bei der Fase die 45Grad -Regel einhalten, um ein schönes Endergebnis zu bekommen.


(Bild: 45° Fase an der Unterseite des Werkstückes)

8 Dinge, die du vor jedem 3D-Druck überprüfen solltest!

Da sich der Aufbau und die Art des 3D-Druckers sehr unterschiedlich ausfallen können, werde ich dir hier 8 allgemeine Tipps geben, die du bei jeden 3D-Drucker anwenden kannst. Ich werde verschiedene Schwerpunkte aufgreifen und meine persönlichen Erfahrungen mit dir teilen. Eventuell kannst du einige Tipps bei dir selbst Anwenden oder du findest hilfreiche Anregungen die für deinen 3D-Drucker passen könnten.


1.Grundlegende Maschinenwartung

Nach meinen persönlichen Erfahrungen, ist die regelmäßige Wartung des 3D-Druckers der Grundbaustein eines erfolgreichen Druckes. Je nach Drucker fallen diese Wartungsarbeiten unterschiedlich groß aus. Auch wenn sie noch so klein sind haben sie enormen Einfluss auf einen erfolgreichen Druck.


Wichtige Wartungsschwerpunkte:


  • Achsen ölen um die Reibung zu minimieren (z.B mit Nähmaschinenöl)
  • Überprüfung der Achsen und Wellen (Quadratisch ausgerichtet)
  • Druckbett sauber halten (Bessere Haftung der Druckteile)
  • Zahnriemen richtig spanen und auf Verschleiß überprüfen
  • Pulleys überprüfen, ob Sie fest mit den Wellen verbunden sind
  • Materialfördereinheit säubern wegen Abrieb vom Filament
  • Düse auf Verstopfung prüfen


2.Qualität des Druckmaterials

Wie sonst im Leben auch, spielt die Qualität des zu verarbeitenden Rohstoffes eine große Rolle. In unserem Fall wäre es die Qualität des Filaments. Man sollte hier wirklich auf große und Vertrauenswürdige Hersteller zurückgreifen. Hier ist man auf der sicheren Seite, was die Qualität und den Konstanten Durchmesser des Filament Strangs angeht. Auch gesundheitstechnisch ist Material vom Premiumhersteller eher zu empfehlen, als von dubiosen billig Anbietern im Internet. Gib hier lieber ein wenig mehr aus, anstatt, dann eine ganze Filament Rolle unbrauchbares Material bei dir liegen zu haben.

Auch an die fachgerechte Lagerung musst du unbedingt achten. Die Filamente müssen trocken gelagert und vor UV-Strahlung geschützt sein. Da die Filamente eine unterschiedliche Wasseraufnahme besitzen, ist es angebracht, diese in einen luftdichten Behälter zu legen. Auch diverse Trockenmittel können bei der Lagerung nicht schaden.


3.Verschiedene Düsendurchmesser

Für jeden 3D-Drucker gibt es Düsen mit unterschiedlichen Durchflussdurchmesser. Je nach Art, Qualität und Anwendungsgebiet deines gedruckten Modells, solltest du überlegen welcher Durchmesser der sinnvollste wäre. Umso kleiner der Ausfluss Durchmesser der Düse ist, desto detaillierter und feiner kann gedruckt werden. Der Nachteil jedoch ist das die Dauer des Druckes enorm ansteigt. Probiere ein wenig aus und notiere deine Ergebnisse, umso leichter fällt dir die Entscheidung bei späteren Drucken.


4.Filament Durchmesser richtig messen

Auch wenn es ziemlich nichtig anhört, aber das richtige und genaue messen des Filament Durchmessers spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die Qualität des 3D-Druckes geht. Den weder 3D-Drucker noch die Slicer-Software können die ungenauen Angaben des Filament Stranges kompensieren. Das hat zufolge das man mit Qualitätseinbußen an den Außenflächen rechnen muss. Es ist also ratsam, mehrere Messungen zu machen und dann den Durchschnittswert davon zu ermitteln. Um diese Messungen durchzuführen, eignet sich in der Regel ein Messschieber oder wenn du es ganz genau machen möchtest dann ein Mikrometer.


5.Bettnivellierung

Die Bettnivellierung ist ein sehr wichtiges Thema, wenn es um die Haftung und Warping deiner gedruckten Modelle geht. Die Nivellierung musst du dann durchführen, wenn du etwas an deinen 3D-Drucker umgebaut hast. Das wäre zum Beispiel das verändern des Hotends, Düsenwechsel oder der Austausch des Druckbettes. Achte also darauf, dass der Abstand zwischen Düse und Druckbett korrekt eingestellt ist. Wenn diese Stimmt, sollte die erste Schicht deines Druckes ohne Probleme funktionieren.


6.Temperaturschwankungen vermeiden

Dieser Punkt betrifft dich eigentlich nur, wenn du einen 3D-Drucker mit offenen Gehäuse hast. Du musst hier aufpassen das zu keinen großen Temperaturschwanken kommt, da sonst die Qualität des Druckes darunter leidet . Achte darauf, das dein 3D-Drucker nicht im Windzug steht oder direkt am Fenster. Einige Hersteller bieten mittlerweile schon Nachrüstsätze für die 3D-Drucker an, um ein geschlossenen Produktionsraum für deine Modelle zu bieten.


7.SD-Karte verwenden

Ich verwende seit geraumer Zeit eine SD-Karte um meine Druckdateien in den 3D-Drucker zu speisen. Früher habe ich die Daten mittels USB-Kabel direkt vom Laptop zum 3D-Drucker geschickt, aber da brach der Druck zwischendurch einfach ab. Nach langen grübeln und der Recherche im Internet, bin ich darauf gestoßen, dass es Spannungs Schwankungen bei USB-Verbindungen geben kann. Diese Schwankungen haben dann den Druckabbruch ausgelöst. Ich kann dir jetzt nicht sagen ob das bei allen 3D-Druckern so ist, aber es kann nicht schaden die Dateien mittels eines externen Speichermediums zu übertragen um dieses Problem auszuschließen.


8.Energiesparmodus deaktivieren

Große Druckobjekt benötigen viel Zeit, oftmals dauert es mehrere Stunden eh das Modell fertig ist. Hängt nun dein 3D-Drucker am Rechner, kann es passieren, dass der Energiesparmodus dein Druck unterbricht und somit dein Modell unbrauchbar macht. Das wäre natürlich sehr bedauerlich, deswegen überprüfe deine Einstellungen deines Rechners.