Ungenaue Druckobjekte (Lost Dimensional Accuracy)

Die vielseitige Anwendbarkeit des 3D-Druckes hat die unterschiedlichsten Anforderungen zur Folge.  Kunstgegenständen zum Beispiel oder andere optischen Modelle, müssen eine gute Flächenqualität aufweisen. Bei Funktionsbauteilen oder Baugruppen liegt das Augenmerk eher auf der Maßhaltigkeit des 3D-Modells. Um diese zu erreichen, muss die Mechanik deines 3D-Druckers einwandfrei funktionieren sowie die Parameter perfekt aufeinander abgestimmt sein.​​​​

Mögliche Problemlösungen:

#1 - ​Schrumpfung beachten

Je nach verwendetem Material, solltest du auch die Schrumpfung in deinem Modell miteinberechnen. Dies erspart dir unschöne Überraschungen und diverse Nacharbeiten mit der Feile oder anderen Werkzeugen. Realisiere dies über das Slicer-/CAD-Programm.


#2 - ​Druckbett nivellieren

Die erste Lage ist das Fundament deines Druckes. Auf dieser werden alle weiteren Schichten aufgebaut. Sie hat deshalb eine enorme Bedeutung. Der Abstand zwischen Düse und Druckbett muss unbedingt richtig sein. Ist er zu groß oder zu klein gewählt, kann es zu einer Über- oder Unterextrusion kommen. Eine präzise Nivellierung wirkt sich aktiv auf die Maßhaltigkeit aus und gibt deinem Modell eine gute Haftung auf dem Druckbett.


#3 - ​Druckparameter prüfen

Eine Über- oder Unterextrusion kann Maßungenauigkeiten verursachen. Überprüfe deshalb deine Druckparameter. Achte dabei besonders auf den Extrusionsmultiplikator. Passe die Wandstärke an den Düsendurchmesser an. Die Größe deines 3D-Objekts ist dabei unerheblich. Dieser Fehler tritt in der Regel am gesamten Modell auf.


#​4 - ​​Achsen ausrichten/Ölen

Bevor du dein Modell im CAD-Programm anpasst, kontrolliere bitte die Achsen. X- und Y-Achse müssen rechtwinklig zueinander ausgerichtet sein. Man kann dies schnell und einfach überprüfen. Der Druckkopf muss leichtgängig auf den Achsen verfahrbar sein. Wenn du die Achsen stets mit ein wenig Öl versiehst, hältst du dabei den Reibungswiederstand so gering wie möglich.


#5 - ​​CAD-Datei ändern

Gerade bei Baugruppen ist es besonders ärgerlich, wenn die Bauteile nicht ineinanderpassen. Tipp: Konstruiere Löcher und Bohrungen je nach Material immer etwas größer.


#6 - ​Düsentemperatur reduzieren

Ursache für eine starke Deformierung oder das Schmelzen des Modells, ist wahrscheinliche eine zu hohe Drucktemperatur. Die gedruckten Schichten werden nicht schnell genug ausgehärtet und dadurch unkontrolliert aufgebaut.


#7 - ​​Zahnriemen und Pulleys prüfen

Überprüfe Zahnriemen und Pulleys. Sollte es zu einem „Durchrutschen“ kommen, kann der 3D-Drucker die Positionen nicht genau anfahren. Es kommt zu Ungenauigkeiten.


#8 - ​​Testwürfel drucken

Hast du alle möglichen Problemursachen überprüft, drucke am besten den 3D-Druckkalibrierungswürfel, um die Genauigkeit der X-, Y- und Z-Abmessungen des kontrollieren. Du findest ihn auf den gängigsten Plattformen (z.B.Thinigverse) für 3D-Modelle.



Schnelle Checkliste:

  1. ​Schrumpfung beachten
  2. Druckbett nivellieren
  3. ​Druckparameter prüfen
  4. Achsen ausrichten/Ölen
  5. CAD-Datei ändern
  6. Düsentemperatur reduzieren
  7. ​​Zahnriemen und Pulleys prüfen
  8. Testwürfel drucken
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