Privatanwendung

3D-Drucker für den Privatanwender

Der 3D-Drucker wird für Privatanwender immer interessanter und finanziell erschwinglicher. Natürlich gibt es hier und da einige Einschränkungen, wie zum Beispiele das Material oder die Größe des Modells, aber nichts desto trotz kann man jetzt schon einige fantastische Dinge damit Drucken.

Vor allem das FDM-Verfahren ist sehr beliebt, da die Einstiegskosten relativ gering sind und man solche 3D-Drucker je nach Ausstattung zwischen ca. 170 und 5000€ kaufen kann. Natürlich ist die Qualität des Druckergebnisses sehr davon abhängig, aber es kommt ja auch immer darauf an, was du machen möchtest. Auch das verwendete Druckverfahren spiegelt sich in der Qualität und den Eigenschaften des Objektes wieder.

Dies soll ein Leitfaden für dein erstes, gedrucktes Objekt sein, dabei möchte ich auf alle Themengebiete und Faktoren näher eingehen, die dich bis zu diesem Ziel konfrontieren.

Von der Idee

   zum gedruckten Modell

Hier findest du ein Leitfaden, der dich zu deinem ersten, gedruckten 3D Objekt hinbringen soll. Ich möchte dir die unterschiedlichen Wege aufzeigen und dich Schritt für Schritt begleiten. Du findest Gegenüberstellungen von einzelnen Themenpunkten (Pro/Contra), aber auch detaillierte Informationen und Fakten, die für deinen ersten Druck hilfreich sind.

1.Idee

2.Woher bekomm ich eine Druckbare Datei?

3.Drucken lassen

4.Selber Drucken

1.Idee


Zuerst, wie soll auch anders sein, kommt die Idee. Bestimmt hast du dir schon Gedanken gemacht, was du gern drucken oder gedruckt haben möchtest. Wenn nicht, dann habe ich hier eine kleine Übersicht über verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Man kann einen 3D-Drucker nicht auf eine Nische spezialisieren, denn dafür ist diese Technologie einfach zu vielseitig. Die Anwendungsmöglichkeiten sind so variabel, dass eigentlich nur deine Kreativität diese einschränkt.

Vasen

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:18672

Ersatzteile

Bild Quelle: www.vioproto.de

Werkzeuge

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:139268

Dekoration

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:1904115

Drohnenteile

Modellbau

Bild Quelle: www.rapidobject.com

Lampen

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:19104

Spielzeug

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:1933366

Wenn es momentan ein sogenanntes Limit für den Privatanwender gibt, dann ist es die Größe des Modelles. Hier gibt es schon einige Einschränkungen, aber das kann man durch Verbindungselemente oder geschicktes Konstruieren sehr gut kompensieren.

Anforderungen an das gedruckte Modell

So jetzt hast du eine Idee, was du gerne drucken bzw. gedruckt haben möchtest. Nun kommt der nächste Schritt. Hier musst du dir klar werden, wofür du diese Idee nutzen möchten. Soll es ein Geschenk sein, soll es technische Funktionen ausführen oder aber einfach nur als Dekorationsstück für dich selbst sein?

Du solltest dir um den Verwendungszweck im Klaren sein, denn dieser beeinflusst die nachfolgenden 7 Faktoren:

  • Eigenschaften (Gewicht, Temperaturbeständig, Festigkeit, Elastisch, etc.)
  • Material (Kunststoff, Metalle, Keramik, Polymergibs, etc.)
  • Druckverfahren (FDM, SLS, MJM, etc.
  • Farbe (Mehrfarbig, Holzoptik, Steinoptik, etc.)
  • Qualität (Oberflächengüte, Maßgenauigkeit)
  • Kosten (Wieviel möchte ich ausgeben?)
  • Druckdauer (Wann benötige ich das gedruckte Objekt?)

2.Woher bekomm ich eine druckbare Datei?


Nun benötigst du noch eine druckbare Datei. Es gibt drei Möglichkeiten an diese zu kommen.

  1. Du verwendest bestehende Modelle aus den sogenannten Content-Plattformen
  2. Eigenkonstruktion mittels Modellierungssoftware
  3. 3D-Scanning von vorhandenen Objekten

  • 1.Content-PlattformeN
  • 2.Eigenkonstruktion
  • 3. 3D-Scanning

Content-Plattformen

Die wohl schnellste und einfachste Variante, um an die druckbare Datei zu kommen ist das Herunterladen bei den Content-Plattformen. Diese werden meist von privaten Nutzer hochgeladen. Fast bei allen Plattformen benötigst du ein kostenloses Profil, um auch die vollen Funktionen nutzen zu können. Neben dem Download findest du auch Kommentarfunktionen oder manchmal auch Bilder eines fertigen Druckes. Es lohnt sich die Kommentare durchzulesen, da die Nutzer häufig Ratschläge zu den Druckeinstellungen und zu den verwendeten Materialien geben. Es gibt einige Designer, die nicht nur die STL-Dateien hochladen, sondern auch die Quelldaten. Damit könntest du mit der richtigen Software das Design nach deinen Wünschen verändern.

Übersicht von Content-Plattformen

You Magine

GrabCad

Autodesk 123D Gallery

Thingiverse

STLFinder

​Cults3d

​Pinshape

MyMiniFactory

Orchard

​Sketchfab

​libre3d

IFind3D

Wamungo

​cgtrader

Rechtliche Aspekte

Beim Umgang mit fremden Daten solltest du auf die richtige Nutzung achten und dich ein wenig informieren. Die Themen Urheberrecht und Markenschutz spielen beim 3D-Druck eine wichtige Rolle. Bevor du also druckst, schau am besten bei den Content-Plattformen nach, dort findest du zahlreiche Informationen über die verschiedenen Lizenzen.

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/​


Zwischen Fazit

Du solltest jetzt eine ungefähre Richtung haben, was du gerne drucken und wie du es verwenden möchtest. Darüber hinaus weißt du nun, wie du an die druckbare Datei kommst und auf welchen rechtlichen Rahmen du eventuell aufpassen musst.

Checkliste:

  • Idee
  • Spezielle Eigenschaften und Anforderungen
  • STL- Datei
  • Optional: Rechtliche Aspekte beachtet

Wenn du die Checkliste für dich abgearbeitet hast, hast du damit den Grundstein für deinen ersten 3D-Druck gelegt.

Kommen wir jetzt zu der entscheidenden Frage…

Das Objekt drucken lassen oder selber drucken?

Hier solltest du unbedingt deinen „Grundstein“ in die Überlegungen mit einbeziehen. Denn je nach Art und Verwendung deines ersten gedruckten Objektes bleibt dir vielleicht nur eine der 2 Optionen. Natürlich schließt das eine das andere nicht komplett aus, denn auch als Besitzer eines 3D-Druckers muss man eventuell auf einen Dienstleister zurückgreifen. Solltest du später deine eigenen Projekte realisieren wollen, ist auch eine Kombination von beiden Optionen vorstellbar.


3.Drucken lassen

4.Selber Drucken

Vorteile

Produktqualität

Qualitätssicherung

Große Materialauswahl

Nacharbeit durch den Diensleister

Produktion jederzeit möglich

Ideal für Hobbys und Prototypen

Geringe Kosten

Hohe "künstlerische" Freiheit

Erfahrungen mit der Technologie

Nachteile

Transportkosten

Preismodelle sind sehr verschieden

Lange Lieferzeit

Keine eigenen Erfahrungen

Geringe Materialauswahl

Nachbearbeitung

​Wartung

Einarbeitungsphase

Fehldrucke

Du möchtest dein Modell drucken lassen?


Du möchtest selber drucken?

>