3D-Drucker kaufen Teil 1

In dieser Artikelserie geht um das Thema “3D-Drucker kaufen“.

Anhand meiner persönlichen Erfahrungen zeige ich dir, worauf du beim Kauf eines 3D-Druckers achten solltest und auf welche Eckdaten es wirklich ankommt. Das Thema ist sehr komplex und hält einige Tücken bereit.


Egal wie hoch dein Budget ist, für jeden Preissektor gibt es mittlerweile zahlreiche Geräte ausgestattet mit den unterschiedlichsten Druckverfahren. Ich habe nicht alle gezählt, aber ich meine, dass mittlerweile ca. 200-400 verschiedene 3D-Drucker auf dem Markt sind - und das allein nur für den Privatanwender.


Eine gute und intensive Recherche ist also dringend notwendig. Auch ich habe Foren durchstöbert, Videos angeschaut, Testberichte gelesen und zahlreiche Daten und Fakten mit anderen 3D-Druckern verglichen. Je mehr ich gestöbert habe, desto schwieriger wurde die Suche. Die Auswahl ist riesig!


Ich wusste nicht, was wichtig ist. Besonders beim ersten 3D-Drucker habe ich Daten verglichen (z.B. höchste Bewegungsgeschwindigkeit) die im Endeffekt, nur eine sehr geringe Rolle spielen.


Die Anwendungsgebiete für einen 3D-Drucker sind einfach zu vielfältig, um eine glasklare Kaufempfehlung zu geben. Ich werde dennoch einige Produkte vorstellen, wenn ich der Meinung bin, dass Sie an die Stelle gut passen.


Am Ende musst aber DU entscheiden, welcher 3D-Drucker am besten zu dir und deinen Projekten passt.


Bevor ich anfange, möchte ich dir noch etwas auf den Weg geben.


Wenn du den für dich passenden 3D-Drucker ausgewählt hast, dann lasse dich nicht von einzelnen Internetbewertungen abbringen. Na klar sind Meinungen von Anderen meist sehr hilfreich, doch wie bereits gesagt, ist der Anwendungsbereich für einen 3D-Drucker einfach zu umfangreich, um es Jedem recht zu machen. Informiere dich selbst, mache dir dein eigenes Bild und finde deinen 3D-Drucker.


Jeder hat unterschiedlichen Wissensstand zum Thema 3D-Druck und findet unterschiedliche Bereiche interessant. Deshalb habe ich das große und wichtige Thema “3D-Drucker kaufen“ in 4 Abschnitte aufgeteilt. Somit kannst du zwischen den einzelnen Themenbereichen wechseln, je nachdem was für dich zurzeit relevant ist. 


​Artikel 1:  3D-Drucker kaufen – Was man wissen sollte!


Artikel 2: 3D-Drucker kaufen – Auf welche Eckdaten muss ich besonders achten!


Artikel 3: 3D-Drucker kaufen – Welche Kosten kommen auf mich zu?


​Sonderartikel: 3D-Drucker kaufen – Wie man Geld sparen kann!


Ich wünsche dir nun viel Spass beim Lesen und hoffe, dass ich ein wenig Licht ins Dunkle bringe.


3D-Drucker kaufen – W​as man wissen sollte!


Themenübersicht:


​1. Lohnt es sich einen eigenen 3D-Drucker zu kaufen?

2. Was möchte ich drucken?

2.1. Welche Anforderungen stelle ich an das Objekt?

3. Welches Druckverfahren? Welche Materialien möchte ich nutzen?


1. Lohnt es sich einen eigenen 3D-Drucker zu kaufen?


Möchtest du generell nicht viel Zeit in den 3D-Druck zu investieren und nur gelegentlich etwas drucken, wäre wohl ein 3D-Druckdienstleister die bessere Alternative. Der 3D-Druck kostet vielleicht am Anfang etwas mehr, jedoch ist die Qualität sehr gut. Der Zeitaufwand für dich hält sich in Grenzen, da Einarbeitungszeit und das Durchstöbern in Foren vor dem Kauf dann wegfallen.


Solltest du dich aber für die Technologie interessieren, mehrere Teile für dein Hobby benötigen oder dir neue Perspektiven für deine berufliche Karriere schaffen, dann ist ein 3d-Drucker genau das Richtige. Dieses Thema ist für viele noch Neuland. Mit dem selbst erworbenen Wissen kannst du dir einen Vorsprung gegenüber anderen verschaffen. Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, es wird nie langweilig, da wirklich fast immer was Unvorhersehbares geschieht.  


Der Anfang und das vertraut machen mit der Thematik sind vielleicht etwas schwer und aufwändig. Es gibt aber viele Foren und Internetseiten, die dir bei Problemen helfen.

Pros

  • ​Ideen in die Tat umsetzen
  • ​Neues Wissen aneignen
  • ​Neue Chance im Beruf
  • ​Prototypen fürs Studium drucken
  • ​Ersatzteile drucken
  • ​DIY-Projekte verwirklichen
  • Nützliche Haushaltsgegenstände drucken
  • Hohe Geometriefreiheit
  • Werkzeuglose Fertigung

​Contra

  • ​Anschaffungskosten
  • ​Folgekosten​​
  • ​Zeitaufwand
  • ​Bei Fehldruck, entsteht Kunststoffmüll

Mögliche Druckdienstleister:

An dieser Stelle ein wenig Eigenwerbung.


Meine Kapazitäten und die Drucktechnologie sind derzeit noch begrenzt. Hier findest du einige Infos zu meinem Druckservice. Wenn du Bedarf hast, dann schreibe mir einfach und wir besprechen dein Projekt.


Große Druckdienstleister: Rapidobject, Shapeways


​2. Was möchte ich drucken?


Das Potenzial dieser Technologie ist enorm. Die Möglichkeiten, die man mit einem 3D-Drucker hat, sind riesig. Du solltest vorab eine ungefähre Vorstellung haben, was du gerne drucken möchtest.


Hier mal einige Beispiele:

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:1904115

Bild Quelle: www.rapidobject.com

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:139268

Bild Quelle: www.thingiverse.com/thing:19104

Grüne Schirmhalterung im Einsatz

Drohnengehäuse

2.1. Welche Anforderungen stelle ich an das Objekt?


Je nach Anwendung fallen die Anforderungen an ein Produkt unterschiedlich aus. 

Ersatzteile zum Beispiel müssen eine hohe Maßhaltigkeit aufweisen, Bauteile für ein Modellbauflugzeug dagegen besonders belastbar sein. Die Anforderungen und die dafür geeigneten Eigenschaften hängen sehr vom Verwendungszweck des Modells ab.


Hier mal einige Beispiele:

  • ​Modellbau --> hohe Belastbarkeit
  • ​Werkzeuge --> hohe Stabilität
  • Anschauungsmodelle --> anspruchsvolle Optik
  • Ersatzteile --> gute Maßhaltigkeit
  • Teile für den Außeneinsatz --> UV-Resistent

3. Welches Druckverfahren? Welche Materialien möchte ich nutzen?


Um das herauszufinden, müssen wir zuerst das riesige Angebot an 3D-Druckern filtern.


Der erste Filter, den ich verwende, ist der sogenannte Druckverfahren-/Material-Filter. Hier werden die gängigen Druckverfahren für den Hausgebrauch verglichen. Je nach Verfahren kristallisiert sich dann die Art-/die Form des Materials heraus.


Infobox:

Wenn du mehr über die gängigen Druckverfahren wissen möchtest, schau doch einfach mal auf dieser Seite vorbei. Hier findest du eine kleine Zusammenstellung der unterschiedlichen Druckverfahren. ​


Da die meisten Leser Privatnutzer sind, möchte ich hier nur auf die 4 relevantesten Druckverfahren für diese Zielgruppe eingehen und eine kurze Beschreibung der Verfahren geben. Für detaillierte Informationen klicke einfach auf den dafür vorgesehen Link.


​FDM - Fused Deposition Modeling

Das verwendete Kunststoffmaterial wird in Form eines Drahtes geliefert, der umgangssprachlich vom „Filament“ genannt wird. Dieses Filament wird in den Druckkopf geführt. Dort wird es in der Schmelzkammer geschmolzen und aus einer kleinen Öffnung in der Düse ausgestoßen. Der Druckkopf fährt die Kontur des Bauteiles ab.


Verfahrenstyp: Materialextrusion

Druckqualität: Mittel (sehr Einstellungs-/Materialabhängig)​

Materialform: Filament Strang


Beispiele:


ABS, PLA, Nylon, PET, POM, PP, HIPS, PA-6.6, PC, PVA, PCL, PPS, TPE, ULTEM

Kunststoffmischungen (Holz, Stein, Carbon, Kupfer, Bronze, Bambus, Eisen)


​Besonderheiten:

  • ​Einfache Handhabung​​​​
  • Vielzahl von Farben und Materialien
  • Optimal für Einsteiger
  • Riesige Anwendercommunity

​Anwendungsgebiete:

  • ​Modellbau
  • Prototypenbau
  • Haushaltsgegenstände
  • Ersatzteile

​Ender 3

​Artillery Sidewinder-X1

​QIDI TECH High end X

Dies soll nicht als Kaufempfehlung verstanden werden, sondern nur als Beispiel dienen.


​​SLA - ​Stereolithographie

Ein lichtaushärtender Kunststoff (Resin) wird von einem Laser ausgehärtet. Das Modell wird im Kunstharzbad abgesenkt, wodurch eine neue Schicht des Werkstückes entstehen kann.  


Verfahrenstyp: ​Stereolithographie

Druckqualität: ​sehr hoch

Beispiele:

Standard Harze, Harze speziell für Maschinenbau, Zahnmedizin und Schmuckindustrie


​Besonderheiten:

  • Feine Konturen möglich
  • Gute Oberflächenqualität
  • Hohe Detailgenauigkeit
  • Große Geometriefreiheit
  • Ideal für späteres Ausbrennen und Gießen

​Anwendungsgebiete:

  • ​Funktions-Prototypen
  • Urformen​
  • Kunstobjekt
  • Anschauungsmodelle
  • ​Modellbau

​Longer Orange 10

ANYCUBIC Photon

ELEGOO MARS

​Dies soll nicht als Kaufempfehlung verstanden werden, sondern nur als Beispiel dienen.


​​DLP - ​​​Digital Light Processing

Das DLP-Verfahren wurde von der Firma Texas Instruments entwickelt. Es ähnelt dem normalen STL/SLA – Stereolithografie Verfahren. Anstelle des Lasers wird hier mit reflektierenden Mikrospiegeln gearbeitet. Dabei wird die Kontur nicht „abgefahren“, sondern komplett beleuchtet, was wiederum enorme Zeiteinsparung mit sich bringt


Verfahrenstyp: ​Stereolithographie

Druckqualität: ​sehr hoch

Beispiele:

​Herkömmliche Kunstharze die bei UV-Licht mit einer Wellenlänge von 405 nm aushärten.


​Besonderheiten:

  • ​Filigrane Werkstücke möglich
  • Hohe Maßhaltigkeit
  • Hohe Druckgeschwindigkeit

​Anwendungsgebiete:

  • Kunstwerke
  • Prototypen
  • Dentaldruck
  • Visuelle Prototypen
  • Funktionsmodelle​

Geeetech DP200

Wanhao WD7

​Dies soll nicht als Kaufempfehlung verstanden werden, sondern nur als Beispiel dienen.


SLS​ - ​​​​​​Selektives Lasersintern

Das SLS für Kunststoffe hat mit dem Sintern, wie man es kennt, nicht viel zu tun. Das Kunststoffpulver wird durch den Laser komplett aufgeschmolzen und somit das Bauteil lagenweise gedruckt.


Verfahrenstyp: ​​Pulverbett Schmelzen

Druckqualität: ​​hoch

Materialform: ​Pulver

Beispiele:

​Alumide, PA12, PA-GF, TPU, Polypropylen, Kohlenstoffmid, PEBA, PA 11, PEEK


​Besonderheiten:

  • ​​Hohe Präzision
  • Hinterschnitte möglich
  • Verschiedenste Materialien
  • Große Geometrievielfalt
  • Hohe Belastbarkeit des Druckes
  • Druck ohne Stützstrukturen

​Anwendungsgebiete:

  • ​Kleinserien
  • Prototypen
  • Funktionsprototypen
  • Anschauungsmodelle
  • Hoch Belastbare Teile

​Sinterit Lisa Pro

​Dies soll nicht als Kaufempfehlung verstanden werden, sondern nur als Beispiel dienen.


​Zwischenfazit:

Nach der Fülle an Informationen hier nochmal die 5 wichtigen Fragen zum Thema „3D-Drucker kaufen“ zusammengefasst.

  • ​Lohnt es sich für dich einen 3D-Drucker zu kaufen?
  • ​Wofür soll er genutzt werden?
  • ​Welche Eigenschaften sollen deine 3D-Drucke haben?
  • ​Welches Druckverfahren eignet sich dafür?
  • ​Welche Materialien möchtest du verwenden?

Wenn du diese Fragen für dich beantworten kannst, bist du deinem Ziel schon einen großen Schritt nähergekommen.

Im nächsten Artikel werden wir uns näher mit den Eckdaten von 3D-Druckern beschäftigen.


Worauf muss man achten und welche Parameter sind ausschlaggebend für eine gute Druckqualität? ​


​Hier findest du die ​anderen Artikel dieser Serie:

3D-Drucker kaufen Teil 2

​3D-Drucker kaufen – Auf welche Eckdaten muss ich besonders achten!​Themenübersicht:Größe des Druckobjekts​Geeigneter

3D-Drucker kaufen Teil 3

​3D-Drucker kaufen – Welche Kosten kommen auf mich zu?In den beiden vorangingen

3D-Drucker kaufen Spezial

 3D-Drucker kaufen – Wie man Geld sparen kann!3D-Druck ist aktuell für viele

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